Klimaflüchtlingen Asyl gewährt

1992 fand die erste Weltklimakonferenz statt - nach mehr als 20 Jahren wurde 2014 zum allerersten Mal der Asylantrag von "Umweltflüchtlingen" nicht abgelehnt. Damit könnte endlich eine Rechtsbarriere zusammenbrechen, unter der bisher so viele Umweltflüchtlinge litten.

In Neuseeland suchte eine vierköpfige Familie aus Tuvalu Asyl. Mitten im Pazifik nur 2 Meter über dem Meeresspiegel gelegen erlebte die Familie Alesana hautnah den Meeresspielanstieg und sah ihre Lebensgrundlage bedroht. Dieser Meinung war auch die neuseeländische Einwanderungsbehörde und erteilte ihnen am 04. Juni 2014 den Asylstatus.

Die Familie Alesana zog 2007 von Tuvala nach Neuseeland. Dort hatten sie seit 2009 keinen legalen Einwanderungsstatus mehr - sie verloren ihre Arbeitsvisa und reichten daraufhin ihren Asylantrag 2012 ein. Im folgenden Jahr wurde der Antrag noch abgelehnt, ein Einspruch ebenso. Letztendlich wurde nun dem Antrag der Familie stattgegeben.

Dieser Fall ist laut Rechtsexperten sehr speziell. Die Begründung für den Asylstatus beruhte auf 3 Faktoren: Die Familienmitglieder gaben an Flüchtlinge zu sein, des Weiteren gehören sie zu den zu schützenden Personen ("protected people") und außerdem fällt ihr Fall unter die Kategorie "außergewöhnliche humanitäre Gründe". All diese Faktoren sind bereits in der Flüchtlingskonvention enthalten.

Letztendlich siegte die Familie, weil "außergewöhnliche humanitäre Gründe" von den Neuseeländischen Immigrationsbehörden als Fluchtgrund anerkannt werden (was nicht in allen Ländern der Fall ist). Außerdem lebten bereits 6 Schwestern des Vaters in Neuseeland sowie seine Mutter, die Pflege brauchte. Die Kinder der Familie galten zudem als besonders schutzbedürftig.

Der Klimawandel stellte für die Entscheidung nur einen von zahlreichen weiteren Gründen für die Genehmigung des Asylantrags dar, wie der Richter zum Schluss noch einmal betonte.

Neuseeland, Foto: Thomas Kunath
Neuseeland, Foto: Thomas Kunath

Offiziell können sich Flüchtlinge, die ihre Heimat aufgrund von Umweltveränderungen verlassen müssen, (noch) nicht auf die Flüchtlingskonvention berufen.

Dennoch kann dieser Fall einen mächtigeren Stein ins Rollen bringen und damit jenen Hoffnung geben, die zukünftig ebenfalls ihre Heimat aufgrund von Umweltveränderungen verlassen müssen.

Experten nehmen an, dass die Insel Tuvala innerhalb der nächsten 30 bis 50 Jahre aufgrund des steigenden Meeresspiegels vollständig verschwinden wird. Das Internal Displacement Monitoring Center geht davon aus, dass bis zu 300 Millionen Menschen bis 2050 ihre Heimat aufgrund von Umweltveränderungen verlassen müssen. 

 

Mehr Infos unter: washingtonpost.com, abc.net.au

aha

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