KlimaflüchtLing vor neuem Verfahren

(c) Thomas Kunath
(c) Thomas Kunath

Der gewährte Flüchtlingsstatus für eine Familie aus Tuvalu hat die Hoffnung wieder neu geweckt. Der Familie wurde u.a. aufgrund der veränderten Umweltbedingungen auf der Insel, die droht vom Meer verschluckt zu werden, Asyl gewährt.

Nun zieht Ioane Teitiotas aus Kiribati erneut vor Gericht - mit dem Ziel Asyl zu bekommem und damit der erste Umweltflüchtling weltweit zu werden.


Seit 2011, als sein Visa auslief, kämpft Iona Teitiotas um einen legalen Status in Neuseeland. Zurück nach Kiribati kann er nicht - das Meer, das aufgrund der globalen Erderwärmung stetig ansteigt, zerstört kontinuierlich seine Lebensgrundlage. Ein Leben ist damit nicht mehr gesichert. Sein Haus steht bereits unter Wasser.

Kiribati gehört mit Tuvalu und den Marshall-Inseln zu den vom Meeresspiegelanstieg bedrohtesten Gebieten der Erde (mehr Infos hier). Der Fall der Tuvalu-Familie, der im Sommer 2014 Asyl gewährt wurde, gab deshalb neue Hoffnung, wenngleich deren Gründe mannigfaltiger waren und Mutter sowie Schwestern des Vaters bereits in Neuseeland lebten (mehr Infos hier).

Die Chancen für Ioane Teitiotas stehen damit wesentlich schlechter. Sein Antrag wurde 2013 noch von den Immigationsbehörden Neuseelands und dem Immigrations- und Sicherheitstribunal abgelehnt. Die anstehenden Verhandlungen vor dem Obersten Gerichtshof und damit der letzten Berufungsinstanz Neuseelands sind seine letzte Chance. Und gleichzeitig Ausdruck einer Hoffnung, dass die aktuellen Entwicklungen die Richter nachdenken lassen.

Neuseeland (c) Thomas Kunath
Neuseeland (c) Thomas Kunath

Flucht aufgrund von klimatischen Veränderungen gehört noch immer nicht zu den offiziellen Fluchtgründen - hier bezieht man sich noch immer auf die veraltete Genfer Konvention von 1954.

Jedoch müssen laut Teitiotas Anwalt Michael Kidd Urteile wie jenes über die Familie aus Tuvalu, in dem umweltbedingte Veränderungen explizit als Gründe für die Gewährung des Flüchtlingsstatusses genannt wurden, sowie Berichte wie vom Fifth Intergovernmental Panel on Climate Change berücksichtigt werden.

Das Argument von Michael Kidd ist, dass Teitiotas indirekt von der globalen Erderwärmung verfolgt wird. Die Erwärmung beruhe letztendlich auf der Unfähigkeit der industrialisierten Welt den CO2-Ausstoß zu verringern (siehe 3 News.). Die Lebensbedingungen auf Kiribati verschlechtern sich daher zunehmend, v.a. aufgrund der Wasserverschmutzung durch menschliche Ausscheidungen, hohe Temperaturen, Dürren und Überflutungen. Circa zwei Drittel der Kokospalmen der Insel sind bereits verstorben.

 

Sollte Teitiotas in letzter Instanz Erfolg haben, so könnten mit ihm zahlreiche Umweltflüchtlinge aufatmen und neue Hoffnung schöpfen. Bis 2050 sollen bis zu 300 Millionen Menschen gezwungen sein, ihre Heimat aufgrund der sich verändernden Umwelt zu verlassen.

 

Mehr Infos unter: kurier.at, International Bussines Times AU Edition

aha

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