Kinder, Klimawandel und Umweltmigration

Kinder sind stärker als Erwachsene vom Klimawandeln betroffen. Ihr physisches und psychisches Wachstum hängt wesentlich von den umgebenden Faktoren ab. Emotionaler und körperlicher Stress, wie er bei Phänomenen wie Dürren und Überschwemmungen auftritt, wirken stärker und langfristiger auf das Wachstum der Kinder. Auf Dürren folgen längere Perioden von Essenknappheit und Hunger, auf Überschwemmungen häufig Krankheitsepidemien. Unterernährung und Krankheiten beeinträchtigen das spätere körperliche und geistige Vermögen der Kinder, deren Familien häufig die Migration als einen Lösungsweg aus der wahrgenommenen sich verschlimmernden wirtschaftlichen Lage wählen.

Adaptionsstrategien

Aufgrund von Naturerscheinungen, wie Erdrutschen, Dürren, Überschwemmungen und Meeresspiegelanstieg ziehen immer mehr Familien in Städte und versuchen dort neue Einkommensquellen zu erschließen. Den meisten Familien fehlen allerdings die finanziellen Ressourcen, weshalb sie sich in Slums niederlassen, wo sanitäre Anlagen fehlen und Kinder kaum die Möglichkeit haben, sich frei zu bewegen. Oft werden Kinder auch als Arbeitskräfte eingesetzt, um das Familieneinkommen zu erhöhen. Die Schulbildung, die jedem Kind zusteht, erfahren diese Kinder oft nicht oder nur für kurze Zeit.

 

Manche Familien senden einzelne ihrer Kinder auch zum Arbeiten in ferne Städte: viele junge Prostituierte in Bombay stammen ursprünglich aus sehr armen Dörfern in Nepal, wo zahlreiche Missernten Familien dazu zwingen ein Kind „als zusätzliche Einkommensquelle“ für die anderen zu opfern (Bartlett, 2008).

Wechsel der Politik nötig

Vor allem Kinder in Asien, Südamerika und Afrika sind dem Klimawandel am stärksten ausgesetzt und erfahren ihn direkt. In neueren Studien wird immer stärker darauf hingewiesen, dass Kinder mehr in Planungen, wie man dem Klimawandel begegnen kann, einbeziehen muss. Nur so haben Kinder auch die Chance sich zu informieren und sich selbst auf die kommenden Veränderungen vorzubereiten.

 

Adaptionsstrategien, wie Kinder als zusätzliche Arbeitskräfte für das Familieneinkommen zu nutzen, sollten unbedingt vermieden werden. Vor allem die Regierung ist in diesen Fällen gefragt, den Familien echte Anreize zu schaffen ihre Kinder zur Schule zu schicken bzw. die Verdienstmöglichkeiten für die Eltern in den Städten zu verbessern. Daneben müssen auch die Wohnanlagen verbessert werden. In all diese Planungen müssen Kinder bereits aktiv involviert werden, denn nur so kann garantiert werden, dass man auch wirklich deren Sichtweise auf eine Problematik mit einbezieht.

(01.07.2012, Aha)


Quellen:


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