Afrika

Der afrikanische Kontinent hat:

  • 30,3 Mio km2 Fläche
  • Mehr als 900 Mio. Einwohner, das sind 12% der Weltbevölkerung
  • 28% der weltweiten Flüchtlinge
  • 50% der weltweit intern Vertriebenen

 

 

Der afrikanische Kontinent ist von folgenden Umweltphänomen betroffen:

  • Desertifikation (Burkina Faso, Tschad, Kenia, Niger)
  • Dürre (Somalia, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tschad, Tansania, Uganda, Simbabwe, Eritrea, Burundi)
  • Erdbeben
  • Gletscherschmelze (Rwenzori Gletscher Kongo & Uganda)
  • Hitzewellen (Botswana)
  • Klima- und Wetterschwankungen (südliches Afrika, Mosambik)
  • Meeresspiegelanstieg (Ägypten)
  • Sturm
  • Überflutungen (Uganda, Mosambik, Ghana)

 

Der afrikanische Kontinent bringt verschiedene geographische Charaktäre mit sich, die jeweils unterschiedliche klimatische Veränderungen auslösen, obwohl Afrika – vor allem in den semiariden Gebieten – schon immer unberechbarem und unbeständigem Klima ausgesetzt war. Somit können erfolgreiche oder nicht-eintretende Regenzeiten nicht unbedingt auf den Klimawandel zurückzuführen sein. Außer Frage steht, dass Afrikas Klima sich stetig erwärmt und um 0,5°C wärmer ist als vor 100 Jahren. Diese Erwärmung belastet dabei die Wasserreserven, da dieser Teil der Erde unter Temperaturextremen leidet und sich stetig erwärmt. Andererseits werden Äquatorial- und Südafrika nasser/feuchter.


Trotzdem gibt es regionale Unterschiede:  

Nordafrika

  • Länder: Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko, Tunesien, Sudan, Südsudan
  • geographische Lage/Ökologie: Die meisten Länder liegen am Mittelmeer; mit der Ausnahme von Sudan, welches ans Rote Meer grenzt.
  • Klimazonen: Die Region liegt zwischen zwei Klimazonen – ein gemäßigtes Klima im Norden und ein tropisches im Süden. Dadurch ist das Klima in dieser Region sehr unterschiedlich
  • Temperatur: Zeichen von Temperaturanstieg: heißere Sommer, kältere Winter

 

Folgen: Dürren

  • trockenere Böden
  • Verdunstungen nach starken Niederschlägen

Beispiel: Der Sudan hat im letzten Quartal des 20. Jahrhunderts 25% seiner Niederschlagsmenge verloren.


Zudem bedroht der Meeresspiegelanstieg Siedlungs- und Agrarflächen wie auch Süßwasserreservoire. Ein Meeresspiegelanstieg des Mittelmeeres um nur 50cm würde dazu führen, dass Salzwasser in das Grundwasser des Nildeltas eindringt

 

Besonderheit: Wasserknappheit ist somit die größte Sorge der meisten nordafrikanischen Länder, da sechs der sieben nordafrikanischen Länder bereits unter Wasserknappheit leiden. Ein weiterer Temperaturanstieg von 1°C -3°C könnte dazu führen, dass 30 bis 140 Millionen Menschen unter Wasserknappheit leiden werden.

 


Zentralafrika

  • Länder: Angola, Kamerun, Zentral Afrikanische Republik, Tschad, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Äquatorialguinea, Gabon, São Tomé e Principe
  • geographische Lage/Ökologie: Während Tschad und die Zentral Afrikanische Republik Binnenländer sind, liegen die restlichen Staaten am Atlantischen Ozean. Die Staaten liegen innerhalb der Tropen. Die Region besitzt eine Vielfalt von Ökosystemen:
  • Saharawüste im Norden,
  • Savannen im Norden und Süden,
  • Gletscher im Osten,
  • zweitgrößter Regenwald der Welt im Kongobecken
  • Klimazonen: Aufgrund der verschieden ökologischen Umstände gibt es in diesem Teil Afrikas ein trockenes Passatklima (Sahelregion), tropisches Wechselklima (Ost- und Westafrika) und Äquatorklima (z.B. Kamerun)
  • Temperaturen: Temperaturanstieg bereits im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten bemerkbar.
  • Niederschlag: Die Niederschlagswerte werden vorrausichtlich im Zeitraum 2080 – 2099 um ein Fünftel nachlassen. Anders aber in den tropischen Gebieten Mittelafrikas: hier ist mit einer 7%-igen Zunahme der Niederschlagsmenge zu rechnen.

 

Folgen: Dürren

Aufgrund der hohen Temperaturen in Kombination mit weniger Niederschlag steigt die Gefahr von lang andauernden Dürren.

 

Der Meeresspiegelanstieg ist bereits bemerkbar. Ein weiterer Anstieg würde vor allem die küstennahen Länder – Gabon, Kamerun und São Tomé e Principe– gefährden.


  • Länder: Angola, Kamerun, Zentral Afrikanische Republik, Tschad, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Äquatorialguinea, Gabon, São Tomé e Principe
  • geographische Lage/Ökologie: Während Tschad und die Zentral Afrikanische Republik Binnenländer sind, liegen die restlichen Staaten am Atlantischen Ozean. Die Staaten liegen innerhalb der Tropen. Die Region besitzt eine Vielfalt von Ökosystemen:
  • Saharawüste im Norden,
  • Savannen im Norden und Süden,
  • Gletscher im Osten,
  • zweitgrößter Regenwald der Welt im Kongobecken
  • Klimazonen: Aufgrund der verschieden ökologischen Umstände gibt es in diesem Teil Afrikas ein trockenes Passatklima (Sahelregion), tropisches Wechselklima (Ost- und Westafrika) und Äquatorklima (z.B. Kamerun)
  • Temperaturen: Temperaturanstieg bereits im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten bemerkbar.
  • Niederschlag: Die Niederschlagswerte werden vorrausichtlich im Zeitraum 2080 – 2099 um ein Fünftel nachlassen. Anders aber in den tropischen Gebieten Mittelafrikas: hier ist mit einer 7%-igen Zunahme der Niederschlagsmenge zu rechnen.

 

Folgen: Dürren

Aufgrund der hohen Temperaturen in Kombination mit weniger Niederschlag steigt die Gefahr von lang andauernden Dürren.

 

Der Meeresspiegelanstieg ist bereits bemerkbar. Ein weiterer Anstieg würde vor allem die küstennahen Länder – Gabon, Kamerun und São Tomé e Principe– gefährden.



Westafrika

  • Länder: Burkina Faso, Cape Verde, Gambia, Guinea-Bissau, Mali, Mauritanien, Niger, Senegal, Benin, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Liberia, Nigeria, Sierra Leone, Togo
  • geographische Lage/Ökologie: Obwohl Afrika südlich der Sahara ein vielfältiges Ökosystem, mit einer reichen Pflanzen- und Tierwelt hat, ist diese Region das wohl am meisten bekannteste Gebiet Afrikas, das vom Klimawandel betroffen ist. Das westafrikanische Gebiet kann in zwei Regionen aufgeteilt werden:
  1. die Sahhelländer Burkina Faso, Cape Verde, Gambia, Guinea-Bissau, Mali, Mauritien, Niger und Senegal,
  2. Länder, die am Golf Guineas liegen – Benin, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Liberia, Nigeria, Sierra Leone und Togo.

Die Region besitzt somit tropische Küstenlandschaften wie auch Savannen bis hin zum Sahel. Drei Länder sind Binnenländer – Burkina Faso, Niger und Mali.


 

  • Klimazonen: Es ist nicht offiziell bestätigt, dass diese klimatischen Veränderungen vom Klimawandel ausgehen oder ob sie Teil des normalen Klimazyklusses sind. Diese Unklarheit kommt vor allem dadurch zustande, dass man die Auswirkungen der regionalen Klimaphänomene – ITCZ, ENSO und Veränderung der Monsunwinde –   nicht versteht.

 

  • Temperatur: Wie auch in den anderen Teilen des Kontinentes akzeptiert man, dass auch hier ein Temperaturanstieg von 0,2°C auf 0,8°C seit Ende der 70er Jahre im letzten Jahrhundert stattgefunden hat. Temperaturerwärmung wurde deutlich durch den Anstieg von Temperaturmittelwerten, vor allem in der Sudanzone, gefolgt von der Sahel-Sahara- und Sahelzone. Statistiken belegen, dass Westafrika bereits mit Erwärmungen umgehen muss/zu kämpfen hat, vor allem im Sahel. Dieser Temperaturanstieg ging schneller von statten als der globale Mittelwert. Einige Studien sagen voraus, dass sich Westafrika im 21. Jahrhundert allein um 2°C erwärmen wird.

 

  • Niederschläge: Monsunwinde und das EL Nino Phänomen beeinflussen Niederschläge im Westen des Kontinentes folgendermaßen:

 

El Nino Phase La Nina Phase
Trockenzeit

Regenzeit

kühleres Klima

  • Zukünftige Niederschläge sind schwer einzuschätzen. Jüngsten wissenschaftlichen Arbeiten zu folge, gibt es die Hypothese, dass die Sahelzone erhöhten Niederschlagsschwankungen ausgesetzt wird. Zur gleichen Zeit glauben andere, dass Westafrika von höheren Niederschlagsmengen betroffen sein wird und somit eine Regenzeit pro fünf Saisons im Vergleich zu einer Regenzeit in 20 Saisons im späten 20. Jahrhundert.

 

Folgen: Dürren

Trotz der jetztigen Dürre streiten sich Wissenschaftler über die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Sahelzone: während die einen glauben, dass die Region noch verstärkter unter Dürre und Desertifikation leiden wird, behaupten andere, dass es zu einer zunehmenden Feuchtigkeit in dem Gebiet kommen wird.

 

Die Gefahr vonMeeresspiegelanstieg ist bittere Realität für 40% Westafrikas, die an Küstenregionen grenzen oder Inselstaaten sind. Wissenschaftlichen Studien zufolge, könnte der Meeresspiegel zwischen 0,13-0,56 Meter bis 2090 ansteigen.

 

Besonderheit: Diese Region Afrikas – mit Ausnahme Cape Verdes, der Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria – beherbergt die am wenigsten entwickelten Länder der Welt, was die Auswirkungen des Klimawandels durch mangelnde Adaptionsoptionen verstärkt.

 


Ostafrika

  • Länder: Burundi, Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Kenia, Ruanda, Somalia, Republic Tansania, Uganda
  • geographische Lage/Ökologie: Die Geographie dieses Gebietes ist stark geprägt von:
  • drei Kontinentalplatten, deren Bewegung zur Bildung des Great Rift Valleys geführt hat
  • Gebirgen wie dem Kilimanjaro und Mount Kenya
  • zweitgrößten Süßwassersees der Welt – Lake Victoria
  • zweittiefsten See der Welt – Lake Tanganyika.
  • Während die größten Teile Nordkenias, Südost Äthipoiens, Dschibuti und Tomalia semi-trocken oder arid sind, ist der Westen Kenias und Gebiete Ruandas, Tansanias und Ugandas von feuchten Waldsavannen beherbergt.
  • Klimazonen: Die Region ist von der Inter-Tropical Convergence Zone (ITCZ), dem Indischen Monsun und dem El Niño Southern Oscillation (ENSO) beeinflusst. Durch Veränderungen des ICTZs, formieren sich die Trocken- und Dürrezeiten in der Region und begründen die jährlichen Schwankungen. ENSO wirkt sich folgendermaßen auf die Region aus:
El Nino Phase
La Nina Phase

nass

(Dezember - Februar)

trocken

(März - November)


  • Temperaturen: Ein Temperaturanstieg von ca. 1,3°C seit 1960 (mit einem Mittelwert von 0,28°C) pro Jahrzehnt ist bereits zu spürenàDürren und Überflutungen

 

Folge: Gletschmerschmelze

Das Eisfeld des Kilimanjaros ist seit 1912 auf 80% zurückgegangen; Rwenzoris Festeis hat sich seit 1955 zu 40% minimiert; Mount Kenya’s Gletscher ist ebenso am Schwinden

Niederschlag: In der Region ist die Niederschlagsverteilung sehr unterschiedlich. Somit sind auch die Auswirkungen des Klimawandels sehr verschieden. Statistiken belegen, dass die Niederschläge im letzten Jahrhundert gestiegen sind und Prognosen zeigen, dass Äquatorial-Ostafrika höhere Niederschlagsmengen im Winter bis 2050 erleben wird, während diese im Sommer drastisch abnehmen werden.

Folge: Dürren

Vor allem in den Trockenmonaten werden Wasserströmungen nachlassen. Man schätzt, dass die Flüsse Pangani und Ruvu in Tansania 6-9% bzw. ein Zehntel weniger Wasser führen werden. Bereits 2015/2020 werden die Süßwasserquellen Kenias durch den Gletscherschwund des Kilimanjaros ganz verschwunden sein. Eine Folge dessen werden zunehmend stärkere Dürren sein.

 

Der Meeresspiegelanstieg und die dadurch resultierende Küstenerosion, ist ebenfalls ein reelles Risiko, vor allem in Kenia und Tansania. Es wird erwartet, dass dieses Umweltphänomen zu Überflutungen in küstennahen Gebieten führt und somit zur Vordringen des Wassers in Lagune, küstennahe Seen und Küstenaquifere.

 


Südafrika

  • Länder: Botswana, Komoren, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Seychellen, Südafrika, Swasiland, Sambia & Simbabwe
  • geographische Lage/Ökologie: Die Region setzt sich zusammen aus
  1. drei Ländern mit langen Küsten am Atlantischen Ozean (Mosambik, Nambia und Südafrika); 
  2. vier Inselstaaten (Komoren, Madagaskar, Mauritius und Seychellen) und 
  3. einigen Binnenländern (Botswana, Lesotho, Malawi, Swasiland, Sambia und Simbabwe).
Die Ökologie ist stark durchwachsen und bietet tiefliegende Küstengebiete, hohe Plateaus, Wälder, offene Savannen und die Kalahari und Namib Wüsten.
  • Klimazonen: Das Klima wird als subtropisch bezeichnet, aber ist ebenfalls von einer abwechslungsreichen Niederschlagsverteilung betroffen.
  • Temperatur: Statistiken zeigen, dass sich das südliche Afrika zu ungefährt 0,5°C im Laufe des 20. Jahrhundert erwärmt hat. Die Region war immer häufiger von trockenen Hitzeperioden zwischen 1960 und 2000 betroffen.
  • Niederschläge: Während die südlichen Staaten (Botwana, Lesotho, Namibia, Südafrika und Swasiland) geringen Niederschlägen und hohen Niederschlagsschwankungen ausgesetzt sind, erfährt die nördlichere Region (Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe) zwar geringere Niederschlagsschwankungen, aber dafür höhere Niederschlagsmengen.

 

Folgen: Dürre

Dürreereignisse haben in den letzten Jahrhunderten stetig zugenommen. Viele sind aber nicht auf ausfallende Niederschläge, sondern auf die Erwärmung des Indischen Ozeans um mehr als 1°C seit 1950 zurückzuführen.


Südafrika ist eine der Weltregionen, welche am meisten gefährdet ist, Küsten- und deltalischen Überschwemmungen ausgesetzt zu sein. Es wird erwartet, dass ein weiterer Meeresspiegelanstieg zur Eindringen von salzhaltigen Wasser in Lagunen, küstennahen Seen und Küstenaquifere führen wird.

 

Auswirkungen auf ganz Afrika

Diese Umweltphänomene wirken sich auf Afrikas Bevölkerung aus. Die UN Food and Africultural Ogranisation (FAO) schätzt, dass 18,7 Millionen Menschen von einer Kombination aus Dürre, gestiegenen Lebensmittelpreisen, Verlust von Auslandsüberweisungen, einer verschlechterten Umwelt, internen Vertreibungen zusammen mit chronischer Armut betroffen sind.

Umweltbedingte Migration nimmt in Afrika stark zu.

 

Einige Fakten:

  • Ökologische Degradierung stellt dabei den Hauptauslöser für Umweltmigration in Afrika dar.
  • In der Sahelzone befindet sich die größte Anzahl von Umweltmigranten in Afrika – vor allem durch die jetzige Dürre. Man muss hierbei beachten, dass oft nicht die ökologische Degradierung alleine, sondern eine Kombination aus mehreren Faktoren, wie politische Konflikte, zu Migration führen.
  • OCHA schätzt, dass die Gesamtzahl von „Umweltflüchtlingen“ in Afrika bei 10.000.000 Menschen liegt.
  • In Kenias Flüchtlingslager Dadaab – das größte Flüchtlingslager der Welt – schätzt UNHCR, dass 10.000 Menschen alleine „Umweltflüchtinge sind“ (Widerspruch zu oben stehenden OCHA Zahlen; Zahlen werden aber in der übernächsten Zeile erläutert)
  • In 21 Ländern südlich der Sahara sind 9,7 Millionen Menschen intern Vertrieben. Die größte Anzahl der intern Vertriebenen befindet sich in Somalia, Kongo und Sudan (2011 Studie von iCDM & NRC)
  • Bei den Zahlen muss man beachten, dass es sich nur um Zahlen intern Vertiebener oder Flüchtlinge handelt, die von der Hungerkrise im Sahel betroffen sind, und zeigt somit nicht die Gesamtzahl auf, die in Afrika von einer Spannweite verschiedener Umweltphänomene betroffen sind. Dies liegt vor allem daran, dass es keine klare Definition und keine Institution in Afrika gibt, die die den Umfang von Umweltmigration festhält und verfolgt.

 

Diese Ausgabe von „Fault Lines“ Al-Jazeera’s fasst am Beispiel Kenias, die Implikationen von Klimawandel auf Migration detailliert zusammen:

(AW, 22.07.2012)


Quellen:

Fachpublikationen:

 

Medienberichte:

 

Weblinks:

 

Videos:


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